Warum Bremerhaven für den Holzimport?
Bremerhaven ist einer der größten Universalhäfen Europas und bündelt Containerdienste aus Skandinavien, dem Baltikum, Nord- und Südamerika sowie Fernost. Für Holzhändler und Importeure ist das entscheidend, weil viele Reedereien den Hafen direkt anlaufen und keine zeitraubenden Feeder-Umläufe nötig sind. Kurze Wege zwischen Kaikante, Zollplätzen und Lager senken das Risiko von Standgeldern.
Als Familienbetrieb seit 1992 sitzen wir direkt am Container Terminal Bremerhaven, sind AEO-C-zertifiziert und betreiben über 14.000 m² eigene, witterungsgeschützte Lagerflächen sowie eine eigene Flotte. Das erlaubt uns, Terminalprozess, Verzollung, Container-Stripping und Distribution als durchgehende Kette zu steuern – ohne Schnittstellenverluste zwischen mehreren Dienstleistern.
Schritt 1: Ankunft und Vessel-Tracking
Ein reibungsloser Import beginnt lange vor der Ankunft. Über Vessel-Tracking behalten wir den ETA des Schiffs im Blick und stimmen frühzeitig Terminal-Slot und LKW-Disposition ab. So kann der Container zeitnah nach dem Löschen abgeholt werden, statt kostenpflichtig am Terminal zu verweilen.
Wichtig ist die vollständige Dokumentenlage: Konnossement (Bill of Lading), Handelsrechnung, Packliste und – je nach Holzart und Herkunft – Ursprungs- oder Pflanzengesundheitszeugnisse. Fehlt ein Dokument, verzögert sich die Freistellung und die kostenlosen Terminaltage (Demurrage/Detention) laufen schneller ab, als vielen lieb ist.
Schritt 2: Terminalprozesse und Freistellung
Nach dem Löschen muss der Container beim Terminal freigestellt werden. Dazu gehören die Zahlung bzw. Freigabe durch die Reederei, die THC (Terminal Handling Charges) und die Buchung eines Abhol-Slots. Erst wenn zoll- und reedereiseitig alle Sperren aufgehoben sind, darf der Container das Terminal verlassen.
Hier zahlt sich die Nähe zum Terminal aus: Der Weg vom Terminal zu unserem Hof beträgt nur wenige Kilometer, sodass wir bei kurzfristigen Slot-Freigaben schnell reagieren können.
Schritt 3: Einfuhrverzollung mit ATLAS
Die Einfuhrverzollung in Deutschland läuft elektronisch über das ATLAS-Verfahren des Zolls. Für Holz sind die Warennummern des Kapitels 44 der Kombinierten Nomenklatur maßgeblich (z. B. Schnittholz unter 4407, Sperrholz und Platten unter 4412). Die korrekte Tarifierung entscheidet über den Drittlands-Zollsatz und mögliche Präferenzen.
Bei der Einfuhr fällt neben einem etwaigen Zoll die Einfuhrumsatzsteuer an, die in der Regel als Vorsteuer geltend gemacht werden kann. Viele Nadelschnitthölzer aus Drittländern unterliegen einem niedrigen oder Null-Zollsatz, während für verarbeitete Platten andere Sätze gelten können – die genaue Höhe hängt von Warennummer, Ursprung und Präferenzabkommen ab und sollte vor Abschluss geprüft werden.
Als AEO-C-zertifizierter Betrieb übernehmen wir die Zollanmeldung, die Erstellung von Versandpapieren (T1) und die Kommunikation mit dem Zoll. Mehr dazu auf unserer Seite zur Zollabwicklung.
Schritt 4: EUDR – die neue Entwaldungsverordnung
Für Holz und Holzerzeugnisse gilt die EU-Entwaldungsverordnung (EUDR, Verordnung (EU) 2023/1115). Sie verpflichtet Marktteilnehmer, für relevante Rohstoffe – darunter Holz – eine Sorgfaltserklärung (Due-Diligence-Statement) im EU-Informationssystem abzugeben und nachzuweisen, dass die Ware entwaldungsfrei und legal erzeugt wurde.
Kernstück ist die Geolokalisierung: Zu jeder Lieferung müssen die Koordinaten der Erzeugungsflächen erfasst und über eine Referenznummer verfügbar sein. Ohne gültige EUDR-Referenz kann die Einfuhr blockiert werden. Importeure sollten die Sorgfaltspflichten daher früh mit ihren Lieferanten klären – die Verantwortung liegt beim Inverkehrbringer, nicht beim Spediteur. Wir unterstützen bei der dokumentarischen Einbindung in den Zollprozess.
Schritt 5: Container-Stripping und Schadensdoku
Nach der Verzollung wird der Container in unserer eigenen Halle entladen (Container-Stripping). Schnittholz und Platten kommen häufig in anspruchsvollen Stausituationen an; unsere Stapler-Crews sind auf materialschonendes Entladen trainiert. Transportschäden, Feuchtigkeit oder Bruch werden sofort fotografisch dokumentiert – wichtig für eine spätere Reklamation gegenüber Verlader oder Versicherung.
Schritt 6: Trockenlagerung und Distribution DACH
Holz ist ein lebender Werkstoff und reagiert empfindlich auf Feuchtigkeit. In unseren witterungsgeschützten Hallen wird die Ware trocken und sortenrein gepuffert, bis der Abruf kommt. Wir konsolidieren auch Lieferungen mehrerer Lieferanten zu einem Transport. Details zu Flächen und Umschlag finden Sie unter Lager & Umschlag.
Die Verteilung erfolgt über unsere eigene Flotte in DACH-Tagestouren – vom süddeutschen Sägewerk bis zum österreichischen Parketthersteller, wahlweise als Just-in-Time-Anlieferung an die Werksrampe. Das gesamte Leistungsspektrum rund um den Werkstoff Holz beschreiben wir auf der Seite Holzlogistik.
- Vessel-Tracking und frühzeitige Slot-Buchung gegen Standgelder
- Vollständige Dokumente vor Ankunft prüfen
- Korrekte Tarifierung (KN-Kapitel 44) sicherstellen
- EUDR-Sorgfaltserklärung mit Geolokalisierung vorbereiten
- Schäden beim Stripping sofort dokumentieren
- Trockene, sortenreine Lagerung bis zum Abruf
Häufige Fragen zum Holzimport
Wie lange dauert die Zollabwicklung in Bremerhaven?
Bei vollständigen Dokumenten ist eine Einfuhranmeldung über ATLAS meist innerhalb eines Arbeitstags abgewickelt. Verzögerungen entstehen fast immer durch fehlende Unterlagen, unklare Tarifierung oder offene EUDR-Nachweise.
Welche Dokumente brauche ich für den Holzimport?
Grundlage sind Konnossement, Handelsrechnung und Packliste. Je nach Holzart und Herkunft kommen Ursprungs- oder Pflanzengesundheitszeugnisse hinzu. Für Holz ist außerdem eine EUDR-Sorgfaltserklärung mit Geolokalisierung erforderlich.
Was bedeutet EUDR für Holzimporteure?
Die EU-Entwaldungsverordnung verlangt den Nachweis, dass Holz entwaldungsfrei und legal ist. Importeure müssen eine Sorgfaltserklärung mit Geokoordinaten der Erzeugungsflächen abgeben. Ohne gültige Referenznummer kann die Einfuhr gestoppt werden.
Mit welchen Kosten muss ich rechnen?
Neben Fracht und THC fallen typischerweise Zoll (abhängig von Warennummer und Ursprung), Einfuhrumsatzsteuer sowie Kosten für Stripping, Lagerung und Distribution an. Die genaue Höhe hängt von Volumen, Holzart und Laufzeit ab – wir kalkulieren das transparent pro Sendung.
